2025 war ein Jahr, das mich gleich zu Beginn mit großer Verantwortung – und vielen neuen Perspektiven – überrascht hat. Seit der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 darf ich unsere Heimat im Deutschen Bundestag vertreten. Neben der intensiven Arbeit in Berlin war dieses Jahr vor allem eines: ein Jahr der Begegnungen – im Wahlkreis, in Thüringen, aber auch international.
Internationale Vernetzung: Dialog, der Wirkung entfaltet
Gerade in Zeiten, in denen sich Europas Umfeld rasant verändert, ist der direkte Austausch mit Partnern entscheidend. Deshalb waren die Auslandsreisen in diesem Jahr mehr als
„Termine außerhalb Deutschlands“ – sie waren echte Arbeitsaufträge, um Beziehungen zu vertiefen, voneinander zu lernen und unsere Interessen klar zu vertreten.
- Arbeitsreise nach Kopenhagen (Juni 2025): Sicherheit gemeinsam denken
In Kopenhagen durfte ich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius begleiten. Im Mittelpunkt standen Gespräche zur deutsch-dänischen Zusammenarbeit und zur Frage, wie wir Sicherheit in Europa gemeinsam stärken. Besonders wertvoll war der Blick auf das dänische Modell – und die Diskussion darüber, wie junge Menschen für Verantwortung in Staat und Gesellschaft gewonnen werden können. - Delegationsreise nach Rom (November 2025): Europa als Team
In Rom habe ich im Rahmen einer Delegationsreise die Landesgruppe Thüringen
vertreten. Der Austausch mit politischen und diplomatischen Gesprächspartnern machte deutlich, wie eng Deutschland und Italien verbunden sind – und wie wichtig
Zusammenarbeit bei Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Frieden und Stabilität, Ukraine, Nahost, Mittelmeerraum und irregulärer Migration ist. - Delegationsreise nach Sambia und Kenia (Ende Oktober/Anfang November 2025):
Zusammenarbeit, die vor Ort ankommt
Mit Kolleginnen und Kollegen des Entwicklungsausschusses war ich in Sambia und
Kenia unterwegs: sechs intensive Tage, rund 30 Gespräche und Projektbesuche.
Besonders eindrucksvoll war zu sehen, wie Partnerschaften „auf Augenhöhe“ in
Bereichen wie Wasser, Energie, Ausbildung, nachhaltige Landwirtschaft, erneuerbare Energien und Menschenrechte konkrete Verbesserungen bewirken – und wie wichtig dabei Verlässlichkeit und langfristiges Denken sind.
Diese Reisen haben mir einmal mehr gezeigt: Unsere regionale Arbeit und internationale Verantwortung gehören zusammen. Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität enden nicht an Landesgrenzen – und genau deshalb braucht es starke Netzwerke und einen offenen Blick über den Tellerrand.
Berlin: Sacharbeit, Ausschüsse, Verantwortung
Der parlamentarische Betrieb ist intensiv – und er fordert Konzentration, Disziplin und
Teamarbeit. In Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Sitzungswochen geht es oft um komplexe Fragen, die keine einfachen Antworten kennen. Gerade deshalb war mir wichtig, konsequent sachlich zu arbeiten: Fakten prüfen, Argumente abwägen, Lösungen verlässlich machen.
Ein Thema hat mein Jahr besonders geprägt: das Wehrdienstmodernisierungsgesetz. Hier wurde sehr viel gearbeitet, diskutiert, nachgeschärft und abgewogen – mit dem Ziel, eine
Lösung zu schaffen, die praktikabel, fair und sicherheitspolitisch wirksam ist.
Schwerpunkt 2025: Das Wehrdienstmodernisierungsgesetz – Arbeit mit viel Praxisbezug
Bei diesem Gesetz ging es nicht nur um Paragrafen. Es ging um die Frage, wie wir unsere
Bundeswehr personell stärken – und wie wir als Gesellschaft Verantwortung neu denken. Für mich war klar: Gute Gesetzgebung entsteht nicht am grünen Tisch, sondern mit
Realitätscheck.
Deshalb habe ich mich im Laufe des Jahres intensiv ausgetauscht:
- in Thüringen an allen Bundeswehrstandorten, um zuzuhören, wie die Lage vor Ort wirklich ist,
- in vielen Gesprächen mit Soldatinnen und Soldaten, zivilen Beschäftigten und Verantwortlichen,
- und ebenso im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, die Fragen, Erwartungen – und auch Sorgen – offen angesprochen haben.
Parallel dazu standen unzählige Stunden Ausschussarbeit, Abstimmungen und fachpolitische Runden an. Gerade in den entscheidenden Wochen hat sich gezeigt: Eine tragfähige Lösung braucht Ausdauer, Klarheit und die Bereitschaft, Details wirklich durchzuarbeiten.
Kernpunkte des neuen Wehrdienstmodernisierungsgesetzes (kurz zusammengefasst)
- Neuer Ansatz: attraktiv, modern, zunächst freiwillig
Ziel ist ein Wehrdienst, der junge Menschen überzeugt – durch eine zeitgemäße
Ausbildung, klare Perspektiven und bessere Rahmenbedingungen. - Digitaler Fragebogen für 18-Jährige
Alle jungen Männer erhalten einen digitalen Fragebogen; Frauen können freiwillig
teilnehmen. So werden Motivation und Eignung systematischer erfasst. - Musterung auf Grundlage der Rückmeldungen
Geeignete Personen werden zur Musterung eingeladen – damit Personalgewinnung wieder strukturierter und verlässlicher wird. - Attraktivität durch bessere Konditionen
Wer sich für den Wehrdienst entscheidet, soll u. a. mit einer Vergütung von mindestens 2.600 Euro brutto rechnen können. Zusätzlich sind Zuschüsse etwa für PKW-/LKW-Führerscheine vorgesehen – ein konkreter Vorteil, der auch nach der Dienstzeit wirkt. - Klares Ziel: Personal stärken
Das Gesetz ist Teil eines größeren Vorhabens, die Bundeswehr personell so
aufzustellen, dass sie ihre Aufgaben verlässlich erfüllen kann – mit einem Zielbild von bis zu 260.000 Soldatinnen und Soldaten. - Plan B: Bedarfswehrpflicht als Absicherung
Sollte die Zahl der Freiwilligen nicht ausreichen, schafft das Gesetz die Möglichkeit
einer Bedarfswehrpflicht, die der Bundestag im Ernstfall aktivieren kann.
Verantwortung heißt: vorbereitet sein. - Gewissensfreiheit bleibt geschützt
Niemand wird zum Dienst an der Waffe gezwungen. Das Recht auf
Kriegsdienstverweigerung bleibt bestehen – zivile Alternativen sind weiterhin möglich.
Für mich ist dieses Gesetz ein wichtiger Schritt – aber kein Schlusspunkt. Ich will mich weiter dafür einsetzen, dass wir nicht nur militärische Strukturen stärken, sondern auch die zivilen Säulen unserer Resilienz: Katastrophenschutz, Blaulichtorganisationen, Pflege, soziale
Einrichtungen – alles, was unser Land im Krisenfall zusammenhält.
Thüringen im Fokus: Wahlkreisarbeit lebt vom direkten Gespräch
So wichtig Berlin ist – mein politischer Alltag beginnt und endet im Wahlkreis. 2025 waren es vor allem die Begegnungen, die mir im Gedächtnis bleiben: Gespräche in Vereinen, bei
Unternehmen, im Ehrenamt, bei Veranstaltungen und Terminen vor Ort. Immer wieder habe ich erlebt, wie viele Menschen mit Ideen, Fleiß und Heimatliebe anpacken – und wie groß der Wunsch ist, dass Politik verlässlich, erreichbar und bodenständig bleibt.
Besonders prägend war auch meine Sommertour durch den Wahlkreis und Thüringen: viele Termine, viele Gespräche, viele Einblicke – von sozialen Einrichtungen über
Gesundheitsversorgung bis hin zu Betrieben, Landwirtschaft, Handwerk und Industrie.
Überall begegnet man Menschen, die nicht jammern, sondern machen – und ihre Heimat
voranbringen wollen.
Nähe braucht Strukturen: Unsere Wahlkreisbüros
Damit dieser Austausch noch leichter möglich ist, haben wir in diesem Jahr auch ganz
praktisch Strukturen geschaffen und gestärkt:
- Wahlkreisbüro in Schleiz
Als Anlaufstelle für den Saale-Orla-Kreis – damit Politik nahbar bleibt und Anliegen schnell ihren Weg finden. - Wahlkreisbüro in Saalfeld – eröffnet mit einem Hoffest
Ein besonderer Moment: die Einweihung unseres Büros in Saalfeld – mit einem
schönen Hoffest, vielen guten Gesprächen und dem klaren Signal: Wir sind
ansprechbar, wir sind vor Ort, wir hören zu. - Wahlkreisbüro in Eisenberg
Auch hier gilt: kurze Wege, direkte Gespräche, schnelle Rückmeldung – Politik, die
erreichbar bleibt.
Blick nach vorn: 2026 – dranbleiben, vertiefen, Vertrauen verdienen
Ein erstes Jahr im Bundestag ist vor allem eines: ein Start. Viele Vorhaben sind angestoßen, manche Entscheidungen gefallen – und vieles muss jetzt in der Praxis wirken. Für 2026 nehme ich mir vor:
- die Umsetzung des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes eng zu begleiten – mit Blick auf die Realität vor Ort,
- den Dialog im Wahlkreis weiter auszubauen – in Betrieben, Gemeinden, Vereinen und Schulen,
- und Politik weiterhin so zu machen, wie ich sie verstehe: klar, verlässlich und im
Gespräch mit den Menschen.
Ich danke allen, die mich 2025 begleitet, unterstützt und auch kritisch angesprochen haben. Genau davon lebt Demokratie. Und genau dafür mache ich Politik: für unsere Heimat, für Thüringen – und für ein Deutschland, das handlungsfähig bleibt.