Jenas Optikforschung wird sicherheitsrelevant

Als Mitglied des Deutschen Bundestages und des Verteidigungsausschusses habe ich das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena erneut besucht, um mich über aktuelle Entwicklungen in strategisch wichtigen Zukunftstechnologien zu informieren. Bereits zur Eröffnung des neuen Forschungsbaus war ich gemeinsam mit Bundesforschungsministerin Dorothee Bär vor Ort. In einem anschließenden persönlichen Gespräch mit Institutsleiter Andreas Tünnermann konnte ich mir nun ein noch umfassenderes Bild von den technologischen Kompetenzen und den sicherheitspolitischen Perspektiven des Instituts machen.

 

Das Fraunhofer IOF gehört zu den international führenden Forschungseinrichtungen auf den Gebieten Optik, Photonik, Feinmechanik und Quantentechnologien. Am Standort Jena arbeiten rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie etwa 150 Studierende und Nachwuchskräfte aus 34 Nationen an Lösungen, die weit über die Grundlagenforschung hinausgehen und direkt in industrielle und sicherheitsrelevante Anwendungen überführt werden.

 

Besonders beeindruckend ist die Rolle des Instituts in der globalen Halbleiterwertschöpfung. Gemeinsam mit Carl Zeiss AG und TRUMPF war das Fraunhofer IOF an zentralen Technologien der EUV-Lithographie beteiligt. Diese Schlüsseltechnologie ermöglicht die Herstellung modernster Mikrochips und bildet damit eine unverzichtbare Grundlage für künstliche Intelligenz, Hochleistungsrechner, Kommunikationssysteme und moderne Verteidigungstechnologien. Für diese Leistung wurde das Entwicklerteam im Jahr 2020 mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet.

 

Darüber hinaus entwickelt das Institut Freiformoptiken, Mikro- und Nanooptiken, Hochleistungslaser, Fasertechnologien, photonische Quantenchips sowie optische Systeme für Satelliten und Erdbeobachtung. Gerade diese Technologien sind für Deutschland und Europa von strategischer Bedeutung. Sie stärken unsere technologische Souveränität, sichern industrielle Wertschöpfung und schaffen die Grundlage für sichere Kommunikation, leistungsfähige Sensorik und weltraumgestützte Aufklärung.

 

Für den Verteidigungsbereich sind insbesondere Quantenkommunikation, Lasertechnologien, optische Sensoren und satellitengestützte Systeme von großer Relevanz. Viele dieser Entwicklungen besitzen ein erhebliches Dual-Use-Potenzial und können sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden. Das Fraunhofer IOF leistet damit einen wichtigen Beitrag zur sicherheitspolitischen Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas.

 

Mein Besuch hat erneut verdeutlicht, welches Innovationspotenzial in Thüringen vorhanden ist. In Jena entstehen Technologien, die nicht nur neue Märkte eröffnen, sondern auch unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und unsere sicherheitspolitische Souveränität nachhaltig stärken. Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer IOF sind deshalb von zentraler Bedeutung für die Zukunft unseres Landes und verdienen weiterhin gezielte Unterstützung.

 

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