Wie kann moderne Drohnentechnik Einsatzkräfte bei Katastrophen und großen Schadenslagen künftig noch besser unterstützen? Darüber habe ich mich gemeinsam mit Landrat Christian Herrgott im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises mit Vertretern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgetauscht.
Vorgestellt wurden aktuelle Entwicklungen der Abteilung Sicherheitsforschung und Anwendungen des DLR-Instituts für Weltraumforschung, die auch mit einer Außenstelle im Saale-Orla-Kreis präsent ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mit Drohnen, hochauflösender Kamera- und Wärmebildtechnik innerhalb kürzester Zeit ein möglichst genaues Lagebild für Einsatzleitungen erstellt werden kann.
Ein möglicher Demonstrator kombiniert eine schnell fliegende Drohne mit spezieller DLR-Sensortechnik. Das Fluggerät hat eine Spannweite von rund 2,4 Metern, wiegt etwa 5,7 Kilogramm und kann bis zu 90 Minuten in der Luft bleiben. Während des Fluges können fortlaufend georeferenzierte Luftbilder entstehen und Daten übertragen werden. So könnten beispielsweise bei Waldbränden Feuerbereiche und Glutnester, bei größeren Einsatzlagen Fahrzeuge oder andere Objekte und bei Großveranstaltungen Personenansammlungen erfasst werden. Auch der Einsatz bei Veranstaltungen wie dem SonneMondSterne-Festival ist ein denkbares Szenario.
Noch gibt es allerdings kein fertiges gemeinsames Projekt. Vielmehr geht es darum, die technischen und praktischen Möglichkeiten auszuloten und zu prüfen, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Es war bereits das zweite Gespräch zu diesem Thema, das sich auch an die Erfahrungen nach dem großen Waldbrand auf der Saalfelder Höhe angeschlossen hat. Dort waren auch Katastrophenschutzeinheiten aus dem Saale-Orla-Kreis im Einsatz.
Der Saale-Orla-Kreis bringt dafür bereits viel Erfahrung mit. Drohnen werden im Katastrophenschutz seit Jahren eingesetzt, unter anderem durch die Drohnenstaffel der Johanniter. Sie unterstützen beispielsweise bei der Lageerkundung, der Suche nach Personen oder mit Wärmebildtechnik bei Bränden. Auch beim SonneMondSterne-Festival wird Drohnentechnik genutzt, um Besucherströme und den Brandschutz im Blick zu behalten.
Genau diese Verbindung finde ich spannend: Forschung des DLR, vorhandene Erfahrungen unserer Einsatzkräfte und heimisches Thüringer Know-how zusammenzubringen. Noch sind viele technische Fragen zu beantworten. Aber gerade deshalb ist es gut, früh miteinander ins Gespräch zu kommen.
Ich freue mich, diesen Austausch bereits in einer frühen Phase begleiten zu können. Wenn daraus eine Zusammenarbeit entsteht, die moderne Forschung mit den praktischen Anforderungen vor Ort verbindet, kann das einen echten Mehrwert für den Zivil- und Katastrophenschutz in unserer Region schaffen.