Politik wird besonders dann lebendig, wenn junge Menschen ihre Fragen direkt dort stellen können, wo politische Entscheidungen getroffen werden: im Deutschen Bundestag. Umso mehr habe ich mich über den Besuch von Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums am Staatlichen Berufsbildungszentrum des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt gefreut, die im Rahmen ihrer Berlinfahrt auch den Deutschen Bundestag besucht haben.
Im Mittelpunkt unseres Gesprächs standen Themen, die viele junge Menschen derzeit besonders bewegen: die Kriege und Krisen weltweit, Fragen der inneren und äußeren Sicherheit, die Debatte um den Wehrdienst sowie die Zukunft unserer Rente. Es wurde schnell deutlich, dass sich die Schülerinnen und Schüler sehr ernsthaft, informiert und differenziert mit den großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen.
Solche Gespräche sind mir besonders wichtig. Denn Politik lebt nicht von einfachen Antworten, sondern vom offenen Austausch, vom Zuhören und vom ehrlichen Ringen um gute Lösungen. Gerade bei komplexen Fragen geraten auch wir in Berlin immer wieder an Punkte, an denen es keine schnellen oder bequemen Antworten gibt. Umso wertvoller ist es, die Perspektiven junger Menschen unmittelbar zu hören und ihre Fragen in die politische Arbeit mitzunehmen.
Mich hat beeindruckt, mit welcher Offenheit, Klarheit und auch mit welcher kritischen Haltung die Schülerinnen und Schüler ihre Themen angesprochen haben. Genau das braucht unsere Demokratie: junge Menschen, die sich einmischen, nachfragen, mitdenken und Verantwortung übernehmen wollen. Politische Bildung bedeutet eben nicht nur, Institutionen kennenzulernen, sondern politische Entscheidungen zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
Der Besuch im Bundestag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der direkte Kontakt zwischen Politik und junger Generation ist. Wer will, dass Demokratie lebendig bleibt, muss Räume schaffen, in denen offen diskutiert werden kann. Für mich gehört dazu auch, unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten und im Gespräch gemeinsam nach tragfähigen Antworten zu suchen.
Ich danke den Schülerinnen und Schülern sowie den begleitenden Lehrkräften herzlich für den Besuch im Deutschen Bundestag und für die engagierte, offene und anregende Diskussion. Der Austausch hat deutlich gemacht: Unsere Zukunft ist bei einer jungen Generation in guten Händen, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich mit den Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen.


