Nach der konstituierenden Sitzung im vergangenen November ist das Netzwerk Nationale Sicherheit zu seiner ersten Arbeitssitzung zusammengekommen. Ich freue mich sehr, dass ich im Herbst zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde und die Arbeit dieses wichtigen Gremiums aktiv mitgestalten darf. Gemeinsam mit der Vorsitzenden Kerstin Vieregge bringen wir Expertinnen und Experten aus Sicherheitsbehörden, Bundeswehr und Politik an einen Tisch, um Praxiserfahrungen unmittelbar in die sicherheitspolitische Arbeit einfließen zu lassen und miteinander zu diskutieren.
Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Austausch mit dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Henning Otte – ein sehr geschätzter Kollege. Er stellte zentrale Erkenntnisse aus dem aktuellen Jahresbericht des Wehrbeauftragten vor. Der Jahresbericht ist ein wesentliches Instrument der parlamentarischen Kontrolle: Er beleuchtet den Zustand der Bundeswehr, benennt strukturelle Defizite und macht konkrete Verbesserungsvorschläge. Dabei greift er auch Eingaben von Soldatinnen und Soldaten auf und gibt ihnen eine wichtige Stimme im politischen Raum.
Im Bericht für das Jahr 2025 wird deutlich, dass weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht. Insbesondere der Personalmangel, Defizite bei Material und Infrastruktur sowie strukturelle Herausforderungen prägen die Situation der Truppe. Zugleich zeigt der Bericht, dass eingeleitete Maßnahmen erste Fortschritte ermöglichen – insgesamt befindet sich die Bundeswehr jedoch weiterhin in einem tiefgreifenden Transformationsprozess.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie groß das Interesse an einer ehrlichen Bestandsaufnahme und an tragfähigen Lösungen ist. Die Fragen und Beiträge aus dem Kreis der Teilnehmenden richteten sich insbesondere auf die nachhaltige Stärkung der Einsatzbereitschaft sowie auf notwendige strukturelle Veränderungen. Dabei wurde klar: Wir stehen vor großen Reformaufgaben, die Entschlossenheit, Tempo und einen langen Atem erfordern.
Für mich hat die Sitzung einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Praxis und Politik ist. Nur wenn wir die Erfahrungen aus der Truppe, aus den Behörden und aus der sicherheitspolitischen Praxis ernst nehmen, können wir die richtigen politischen Entscheidungen treffen.
Ich nehme aus der Sitzung viele wichtige Impulse mit – und bin überzeugt, dass das Netzwerk Nationale Sicherheit auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Stärkung unserer Sicherheitsarchitektur leisten wird.