Am 4. Juni 2026 war ich zu Gast bei der Veranstaltung „Heimatland Thüringen – Thüringen im Ernstfall“ der Konrad-Adenauer-Stiftung im Augustiner Saal in Neustadt an der Orla. Gemeinsam mit Ferdinand Gehringer und Christian Herrgott habe ich darüber gesprochen, wie gut Thüringen auf Krisen und Katastrophen vorbereitet ist – und welche Aufgaben vor Politik, Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Einsatzkräften und Gesellschaft liegen.
Das große Interesse vor Ort hat gezeigt: Krisenvorsorge ist kein abstraktes Thema. Sie betrifft jeden Einzelnen. Über 40 Besucherinnen und Besucher nahmen an der Veranstaltung teil und beteiligten sich mit Fragen, Erfahrungen und Anmerkungen an der Diskussion. Gerade dieser offene Austausch ist wichtig, denn Sicherheit entsteht nicht allein durch staatliche Strukturen. Sie lebt auch davon, dass Bürgerinnen und Bürger informiert sind, Verantwortung übernehmen und wissen, wie sie sich im Ernstfall verhalten können.
Krisen treffen moderne Gesellschaften auf vielen Ebenen
Extreme Wetterereignisse, großflächige Stromausfälle, technische Störungen, Gesundheitskrisen oder geopolitische Spannungen machen deutlich, wie verletzlich moderne Gesellschaften sein können. Auch Thüringen muss sich darauf einstellen, dass Krisen nicht immer vorhersehbar sind und im Ernstfall schnelle, verlässliche Entscheidungen getroffen werden müssen.
In der Diskussion wurde deutlich: Ein funktionierender Bevölkerungsschutz braucht klare Zuständigkeiten, belastbare Kommunikationswege und ein gutes Zusammenspiel zwischen Kommunen, Land, Bund, Einsatzorganisationen und der Bevölkerung. Im Ernstfall darf es nicht erst darum gehen, Strukturen aufzubauen. Sie müssen vorher bekannt, geübt und verlässlich sein.
Aus meiner Sicht ist dabei besonders wichtig, Sicherheit umfassend zu denken. Als ehemalige Berufssoldatin und Mitglied des Deutschen Bundestages erlebe ich immer wieder, dass äußere und innere Sicherheit, zivile Krisenvorsorge, Katastrophenschutz, Infrastruktur und gesellschaftlicher Zusammenhalt eng miteinander verbunden sind. Wer über Resilienz spricht, spricht deshalb nicht nur über Technik oder Verwaltung, sondern auch über Vertrauen, Vorbereitung und Verantwortungsbewusstsein.
Thüringen braucht robuste Strukturen und informierte Bürger
Ein besonderer Schwerpunkt des Abends lag auf der Frage, wie Thüringen handlungsfähig bleibt, wenn das Unerwartete eintritt. Dazu gehören professionelle Einsatzkräfte, gut ausgestattete Behörden, funktionierende Warnsysteme, krisenfeste Infrastruktur und eine klare Kommunikation mit der Bevölkerung.
Gleichzeitig wurde deutlich: Staatliche Vorsorge allein reicht nicht aus. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann dazu beitragen, dass Krisen besser bewältigt werden. Wer vorbereitet ist, entlastet im Ernstfall Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und Behörden. Dazu gehören einfache, aber wichtige Fragen: Habe ich für den Notfall vorgesorgt? Weiß ich, wo ich verlässliche Informationen bekomme? Kenne ich die Warnsignale und Handlungsempfehlungen? Bin ich bereit, auch anderen zu helfen?
Gerade in ländlichen Regionen wie unserem Wahlkreis spielt Zusammenhalt eine besondere Rolle. Nachbarschaft, Ehrenamt, Feuerwehren, Hilfsorganisationen und kommunale Verantwortungsträger sind tragende Säulen der Krisenbewältigung. Sie verdienen politische Unterstützung, Respekt und verlässliche Rahmenbedingungen.
Austausch mit klarer Botschaft: Vorsorge beginnt vor der Krise
Für mich bleibt eine zentrale Erkenntnis des Abends: Wir dürfen Krisenvorsorge nicht erst dann ernst nehmen, wenn die Krise bereits da ist. Handlungsfähigkeit entsteht durch Vorbereitung. Dazu gehören Investitionen in Sicherheit, klare Zuständigkeiten, regelmäßige Übungen, eine gute Ausstattung der Einsatzkräfte und eine Bevölkerung, die informiert und sensibilisiert ist.
Thüringen hat starke Strukturen, engagierte Menschen und viele Verantwortliche, die täglich dafür arbeiten, dass unser Freistaat sicher bleibt. Gleichzeitig müssen wir ehrlich darüber sprechen, wo wir besser werden können. Krisenfestigkeit ist keine einmalige Aufgabe, sondern ein dauerhafter Prozess.
Dank an die Mitwirkenden und Besucher
Mein herzlicher Dank gilt der Konrad-Adenauer-Stiftung für die Organisation dieser wichtigen Veranstaltung. Ebenso danke ich Ferdinand Gehringer und Christian Herrgott für ihre fachlichen Impulse und den wertvollen Austausch.
Ein besonderer Dank gilt allen Besucherinnen und Besuchern, die sich an diesem Abend die Zeit genommen haben, dabei zu sein, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren. Politik lebt vom Gespräch und zwar gerade bei Themen, die unsere Sicherheit, unsere Heimat und unser gemeinsames Zusammenleben betreffen.
Ein starkes Thüringen braucht Vorbereitung, Verantwortung und Zusammenhalt. Wenn Staat, Einsatzkräfte und Bevölkerung gemeinsam handeln, bleibt unser Heimatland auch im Ernstfall handlungsfähig.


